Die Geschichte
Bilder


Angefangen hat mein Interesse an Falken, insbesondere an Turmfalken so Mitte März 2005. Als ich eines Tages von der Arbeit kam, bermerkte ich ein Turmfalkenpaar, bei dem das Weibchen ruhig und entspannt durch die Lüfte gleitete hingegen das Männchen immer wieder in gewagten Sturzflügen auf das Weibchen zuschoß, sie umkreiste oder einfach neben ihr flog.

Das hat mich so beeindruckt, das ich eine ganze Weile wie angewurzelt da stand und dieses Treiben beobachtete. Wenn sie eine Pause einlegten, setzten sie sich auf den kahlen Ast einer hohen Birke, die etwa einhundert Meter von meiner Wohnung entfernt steht.
In den folgenden Tagen sah ich das Falkenpaar immer wieder, wie es in der Birke saß oder umherflog. Doch sie hielten sich immer in der Nähe des Hauses auf, in dem ich wohne. Es dauerte eine Weile bis ich drauf kam, das die Turmfalken in dem Giebelfenster über meiner Wohnung, wo durch die Verklinkerung des Hauses ein Hohlraum, also eine Nistmöglichkeit entstanden ist sich offenbar ein Nest bauten. Dann mußten die akrobatischen Flugmanöver, die das Männchen darbot, mit dem Paarungsritual der Falken zu tun haben.
Nach etwa zwei Wochen, hatte sich das Leben der Turmfalken normalisiert, das Ende der Paarungszeit schien erreicht. Des öfteren flogen die beiden in einem Abstand von einigen Minuten von der Birke über ein etwa 200 Meter langes Feld hinüber zu einer Buschhecke und setzten sich dort auf die Pfähle des Zaunes, der die Hecke umgab. Bei dem Flug, flogen sie sehr nahe über dem Boden mit kurzen aber schnellen Flügelschlägen. Zum Jagen entfernten sie sich über ein weiter entfernten Wald hinweg. Ich habe nie gesehen, das die Turmfalken direkt in der Nähe ihres Nestes auf Beutefang gingen. Als die Zeit gekommen war das das Weibchen Eier gelegt hatte und sie brütete, flog das Männchen alleine zum jagen und brachte ihr die Nahrung ins Nest.
Da an dem Nest kein Vorsprung war, auf dem die Falken hätten landen können, flogen sie das Nest immer von unten her an, um sich dann mit ausgestreckten Füßen an den Steinen fest zu klammern. Ich habe ein paar mal versucht, diesen Anflug im Bild festzuhalten. Es gelang mir jedoch nicht, da sie so schnell angeflogen kamen, das sich die Kamara nicht scharf stellen konnte. Wenn ich mich in der Nähe ihres Nestes befand, und das Falkenmännchen im Anflug auf das Nest war, brach es dieses Vorhaben ab, flog eine Schleife um einen neuen Anflug zu starten.  Wenn ich am Morgen zum Wagen ging, und die Falken waren im Nest, pfiff ich vorsichtig und sprach sie an. Manchmal schauten sie heraus und verfolgten meinen Gang mit ihrem Blick.
So Ende Mai 2005 flogen dann beide Falken zum jagen und brachten die Beute zum Nest. Das war für mich das Zeichen, das die Jungen nun großen Appetit hatten, denn sie mußten ja nun auch schnell wachsen.
Und dann kam der 28. Juni 2005, der Tag an dem ich die Foto`s von " Falki " machte. Als ich von der Arbeit kam, schaute ich zum Nest hoch, und sah, das ein junges recht weit aus dem Nest guckte. Ich lief in die Wohnung und holte meine Kamara, um davon ein Foto zu machen. Als ich dann wieder zu dem Nest hoch schaute, war kein Falke mehr zu sehen. Ich war enttäuscht, ein Bild von einem jungen Falken hätte ich gerne gehabt. Dann drehte ich mich um, und durch Zufall blickte ich auf den Boden vor mir, als ich einen jungen Falken vor mir im Gras sitzen sah. Mein Puls schoß in die Höhe und ich konnte die Kamara gar nicht richtig ruhig halten, so aufgeregt war ich. Ja, da am Nest kein Vorsprung war, um mal mit den Flügeln zu schlagen, und die Flugmuskeln zu stärken, blieb nur " der Sprung ins kalte Wasser " um das fliegen zu lernen. Und der erste " Flug " ging wohl geradewegs nach unten zum Boden. Ich glaube, wir beide fühlten uns unwohl in dieser Situation. Der Falke, beschloß erstmal den Zaun entlang zu laufen, was natürlich in dem etwas hohen Gras mit seinen kurzen Beinchen, etwas schwierig war. In gebührendem Abstand folgte ich ihm bis zu einer Stelle, an der er wohl nun der Meinung war, hier müsse er den Zaun erklimmen. Gesagt getan, mit flatternden Flügeln erklimmte der Falke den Zaun, bis er oben angekommen war. Doch da war nun das nächste Problem, den Zaun hochkommen, das ist die eine Sache, aber nun mußte er obendrauf das Gleichgewicht halten. Mit flatternden Flügeln und Körperbalance schaffte er es mit der Zeit ruhig auf dem Zaun zu sitzen. Dann schaute er mich an, als ob er sagen wollte, "na, wie hab ich das gemacht". Der Falke guckte mich voller Stolz an, in diesem Augenblick, waren wir beide nicht mehr als einen Meter von einander entfernt. Es müssen einige Minuten gewesen sein, die wir so verharrten. Dann blickte er in Richtung Feld, wurde etwas unruhig und ehe ich mich versah, flatterte der Falke etwa einen Meter über dem Getreidefeld Richtung Wald los. Ich war so überwältigt von dem Ganzen, das ich das fotografieren völlig vergaß, als er losflog. Nach etwa fünfzig Metern, war er plötzlich in das Getreidefeld gefallen. Da hatte er sich wohl ein wenig überschätzt. Ich merkte mir die Richtung in die er geflogen war, legte die Kamara zur Seite, ging um den Zaun herum zu der Stelle, von wo aus er losgeflogen war und folgte der Richtung in die er geflogen war. Ich bewegte mich vorsichtig und paßte auf, wo ich hintrat. Doch ich konnte den Falken nicht finden. Nach einer ganzen Weile, entschloß ich mich umzukehren. Dann ging ich auf meinen Balkon, in der Hoffnung, das ich den Falken von oben vielleicht besser ausmachen konnte. Doch es war vergebens und ich war total unruhig, weil ich Angst hatte, das er da nicht wieder rauskommt. Doch die Falkeneltern hatten wohl mitbekommen, was passiert war und kreisten über dem Getreidefeld und riefen dan kleinen Falken. Ich weiß nicht wie und wann, aber am nächsten Tag saß der kleine Falke in einem Straßenbaum.
Und nun kam der spaßige Teil des Ganzen, denn nun lernte der Falke das starten und landen, wobei das landen viel lustiger war, jedenfalls aus meiner Sicht. Wie und wann das zweite Falkenjunge das Nest verlassen hat habe ich leider nicht gesehen. Doch ihre  Flugübungen absolvierten sie in den ersten Tagen gemeinsam. Als ihr Flugverhalten sicherer wurde, entfernten sie sich auch weiter vom Nest. Im Herbst 2005 habe ich Falki danach noch zweimal ganz aus der Nähe gesehen, Das erstemal saß er auf meinem Balkon, hüpfte dann auf das Dach, das an den Balkon anschließt und schaute mich an. Das zweite Mal, saß er auf dem Zweig einer Fichte, die hinter dem Schuppen steht, auch da schaute er mich an. Und nun hoffe ich, das der Falke in diesem Jahr wiederkommt und seine eigene Familie gründet.

27. März 2006 es ist wieder ein Falkenpärchen in das alte Nest eingezogen. Ob es die Falken vom letzten Jahr sind, kann ich nicht mit bestimmtheit sagen, aber davon gehe ich aus, da sie meistens in ihr Nest vom vergangenen Jahr zurückkehren. Das Falkenpärchen hat sich gut eingelebt. Ich beobachte, das sie sich am Morgen so gegen sieben Uhr für etwa zwei Stunden und am Abend ab neunzehn Uhr für etwa zwei Stunden in der Nähe ihres Nestes aufhalten. Tagsüber halten sie sich wohl an anderen Orten auf. Seit Mitte April fällt mir auf, das sich das Falkenweibchen meist auch am Tage in Nestnähe aufhält. Auf dem Acker der gleich nebenan ist, sitzt sie stundenlang auf dem Boden, der von der Sonne ja recht aufgewärmt ist.Oft genug gesellt sich das Falkenmännchen dann zu ihr, jedoch in gebührendem Abstand.
3. Mai 2006 Am späten Nachmittag beobachtete ich, wie das Falkenweibchen einen Mäusebussard, der des öfteren hier auf Beutefang geht, mit geziehlten Angriffsatacken, die eine ganze Weile dauerten, in die Flucht schlug.
6. Mai 2006 Am frühen Abend hatte sich das Männchen auf dem Acker eine Maus gefangen und sie an Ort und Stelle gefressen. Das konnte ich sehr gut mit meinem Spektiv sehen, das ich mir angeschafft habe.
22. Mai 2006 Als das Weibchen gerade das Nest verlassen hatte, schaute ich vom Dachboden aus in das Nest. Es ist mit fünf etwa gleichgroßen Eiern belegt.
30. Mai 2006 Das Weibchen ist jetzt die meiste Zeit des Tages im Nest und brütet die Eier aus. Hin und wieder sehe ich es, wenn es auf dem Acker sitzt. Das Falkenmännchen ist nun damit beschäftigt, Beute zu machen und das Weibchen mit Nahrung zu versorgen. Nur am Abend sehe ich die beiden manchmal, wie sie zusammen kleinere Rundflüge in Nestnähe machen und sich dabei angeregt unterhalten. 
14. Juni 2006 Da Falkenmama und Falkenpapa Nahrung ins Nest bringen, nutzte ich einem Moment als beide das Nest verlassen hatten, um mal nach zu schauen. Und tatsächlich, es sind bereits vier Falkenküken geschlüpft. Sie haben ein schneeweißes Gefieder und ein ganz leises Piepsen war zu hören. Da ich nicht mit Blitz fotografieren wollte, ist das Bild etwas unscharf, aber das macht nichts.
24. Juni 2006 Nach zehn Tagen schaute ich in einem passenden Moment mal wieder nach den kleinen Falken. Sie sind prächtig gewachsen und aus den Pipstönen sind kräftige Laute geworden.
16. Juli 2006 Seit gestern viel mir auf, das die jungen Falken sehr oft die Köpfe aus dem Nest strecken. Dem nach ist es bald soweit, das sie das Nest verlassen. Ich hab nochmal vorsichtig vom Dachboden aus in das Nest geschaut, es sind jetzt nur noch drei Falken übrig. Für mehr Junge wäre auch kein Platz , dazu ist das Nest vom Raum her einfach zu klein.
17. Juli 2006 Als ich heute Morgen zur Arbeit ging, schauten die jungen Falken noch aus dem Nest. Als ich am Nachmittag wieder nach Hause kam, hatten die Jungen bereits das Nest verlassen. Zwei von ihnen sah ich eben auf der Birke sitzen. Sitzen? besser gesagt, wie schaffe ich es endlich mal die Ballance zu halten ohne vom Ast zu fallen. 


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Letzte Aktualisierung: 12.04.2008